Schweden

... war schön öfters Zielgebiet der Sommerferien, manchmal von Luxemburg aus so geplant, einige Mal hieß es aber auch aus der Not eine Tugend zu machen, nämlich dann, wenn Westwinde Norwegen all zu anhaltenden Regen brachte, konnte man das kaledonische Grenzgebirge nutzen und in, wenn auch nicht immer guten, jedoch wenigstens halbwegs trockenen schwedischen Klima zu wandern.

In der zweiten Julihälfte bis Anfang August stand 2001 wieder Schweden auf dem Programm.

Die erste Etappe war die schwedische Hochküste, Högkustan, etwa 150 km nördlich von Stockholm.

Högaküsten, nördlich von Sundsvall, passiert man eine der längsten Hängebrücken weltweit, die Högakustenbro. Ab jetzt bis zum Städtchen  Örnsköldsvik, erstreckt sich ein Gebiet, das sich seit dem Abschmelzen der Gletscher der letzten Eiszeit begonnen hat, aus dem Meer zu heben. Nachdem der gigantische druck er Eismassen nachgelassen hatte, begann die Küste sich zu heben und hat seitdem nicht mehr damit aufgehört. Interessant sind die vielen kleinen Naturreservate, so wie der Nationalpark Skulleskogen.

Snibbens Camping bei Ramvik ist ein ziemlich guten Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgegend. Der Platz liegt außerdem wunderschön am See und bietet eigentlich den Komfort, den man von  einem Campingplatz in Schweden erwarten kann.

Von Käl aus wanderten wir in den Skulleskogen. Der direkte Anmarsch zur sehenswerten Schlucht Slåttdalskrevan ist bwechlungsreich.Von oben hat man eine schöne Aussicht auf die Ebenen des Tärnättvatnet. Der Abstieg bis an dieses Seen- und Sumpfgebiet führt teilweise steil durch eine andere Schlucht hinab. Ab Tärnättvatnet ist der Rückweg dann aber leider nur ein notwendiges Übel um wieder zurück zum Wagen zu kommen.  

Ausflüge zum Naturreservat Rotsidan oder zur ländlichen Kapelle Barsta lohnen sich ebenfalls, genau wie der Aufstieg auf den Skulleberget ( an Tagen, an denen die Aussicht vom Wettergott freigegeben ist).

Das zwar warme, aber diesige, oft Nebel verhangene Wetter reizte nicht zum Auspacken der Kamera. Deshalb gibt's hier auch keine Fotos. 

Nach einer guten Woche geht's dann Land einwärts, von einem Naturreservat zum nächsten. So z.B. nach Björnlandet, ein Gebiet in dem, wenn auch kein Bär, so doch die friedliche Stille um den kleinen See und ein paar Multebeeren auf uns warten. 

Nicht weit davon entfernt die Naturreservate Trolljärn und Stockholmsgata. Kleine Wanderungen durch ruhige, liebliche Waldseegebiete. Nur schade, dass die Anreise im Auto jedes Mal doch ganz beträchtlich ist.

Ab hier geht es dann weiter nördlich zum Silberweg. Wie alle Querverbindungen läuft auch diese Straße von Südost nach Nordwest. Sie ist abersicher eine der landschaftlich reizvollsten, nicht nur für diejenigen die auf der Durchreise nach Norwegen sind, sondern auch für alle die einige Zeit hier verweilen möchten.

Einkaufen in Arvidsjaur, eventuell eine Etappe in Arjeplog, wir zogen es allerdings vor bis nach Jäkkvik hochzufahren. dort ist zwar kein Campingplatz, die Jugendherberge stellt aber gern ihre Hauswiese zu Verfügung. Von hier kann man leicht auf den Pieljekaise (1137 m) hochsteigen. Der Weg ist einfach, die Aussicht vom Gipfel wunderschön. Man braucht anfangs nur den Farbmarkierungen des Kungsleden zu folgen. Kurz nach der Hütte (Raststugan, hier kann man Halt machen, Kèche, Ofen ...) auf halbem Weg zweigt der Pfad dann nach links ab.
Andere Wanderungen sind sicherlich möglich, wenn wir uns auch von den tiefhängenden Wolken umstimmen ließen und nach Adolfstöm aufbrachen:

Adolfström liegt ein Tal südlicher als Jäkkvik und es wäre an sich kein Problem, die beiden Dörfer per pedes zu erreichen Vom der Pielkaise-Rastugan braucht man dem Kungsleden nur zu folgen. Die Rückfahrt per Bus zu organisieren dürfte aber wohl schwierig sein und könnte unter Umständen länger dauern als der Fußmarsch.

Von Adolfstöm kann man beim Wirt von Bäverholmen nachfragen, meistens ist er gerne bereits in einem Außenbordmotorboot Touristen über den See zu bringen. Ab Bäverholmen führt dann eine schöne Wanderung auf den Tjäksa. Die Aussicht von hier oben ist echt noch besser als die vom Pieljekaise. Dem rat eines deutschsprachigen Reiseführers folgend, kamen wir von Bäverholmen zu Fuß nach Adolfström zurück. Fazit: Das sind zwei Stunden im Marschtempo zurückzulegen, die es kaum lohnen. Also besser, länger am Tjäksa bleiben , oder den Flusslauf erkunden, und beim Bäverholmen-Wirt eine Hin- und Rückfahrt bezahlen.

Als dann Ende Juli die Temperaturen tagsüber nicht mehr über 4°C hinauskamen, fanden wir doch die Zeit gekommen, die Ferien in Finnland fortzusetzen. Das Winterwetter ist übrigens dort nicht die Regel. Im Vorjahr hatte man hier zu gleicher Zeit tolles wetter und 30°C!

Noch eine kurze Etappe in Arvidsjaur (auch hier ist die Touristensaison zu Ende, das Volksmuseum Lappstaden hat seine letzte Führung am 31. Juli), ein paar Multebeeren pflücken, auf einen Sprung hinüber ins Reivo-Naturreservat (landschaftlich sehr schön, leider führte unser Weg nur bis zum Bach, der zu tief zum furten war, so mussten wir auf gleichen Weg wieder zurück...), und dann ab nach Finnland.